Absolut heimatnah - und doch schön
Wie bei vielen "jungen" Familien haben sich unsere Reiseziele verändert. Anstelle der USA ist nun halt Holland häufiges Ziel.
Nachtrag: Neuer Aufenthalt 21.03.2003 - 24.03.2003 (Hier)Und diesmal haben wir uns mangels freier Unterkünfte am Meer für ein Ziel unmittelbar hinter der deutsch-holländischen Grenze entschieden. Es war wirklich witzig: Dort in Braamt, zwischen der niederländischen Stadt Doetinchem und dem deutschen Emmerich, war ich etwas näher an meinem Dienstsitz Mülheim, als ich es vom Mönchengladbacher Zuhause aus bin.
Tja, was bietet ein Urlaubsgebiet, das keine 90 Autominuten vom Wohnort entfernt liegt? Zunächst ist als großer Vorteil die problemlose, stressfreie Anreise zu nennen. Anstatt in vielleicht kürzerer Fahrtzeit über die Autobahnen A61/52/44/57/40 und A 3 dorthin zu gelangen, entschieden wir uns für die landschaflich wirklich schöne Alternative über Straelen, Geldern, Goch, Kleve und Emmerich. Mir gefällt unsere Niederrhein-Landschaft wirklich! Und für Jan gab es viel mehr zu sehen, als Leitplanken, Schallschutzwände und Autobahnrandbepflanzung.
Der Bungalowpark "Stroombroek" mit 230 Häuschen ist uns in einem Katalog des Reiseveranstalters Ameropa aufgefallen. Da alle Center Parks und Gran Dorado Parks ausgebucht waren, vertrauten wir den Auskünften des Katalogs und buchten das uns völlig unbekannte Feriendorf "Stroombroek". Und wir wurden zum Glück nicht enttäuscht. Wer Center Parks und Gran Dorado kennt, weiß auch um die Besonderheiten dieser Parks: Recht einfache Bungalows, die in Reihenhausbauweise eng aneinander gedrängt errichtet sind. Autos dürfen nur zum Ent- und Beladen auf das Gelände. Ich sehe nachträglich einen Vorteil darin, daß im Stroombroek jedes Haus auch einen eigenen Parkplatz hatte: So konnte man ohne langen Fußweg zu einem sonst vorgelagerten Sammelparkplatz spontan ins Auto steigen und zu Ausflügen starten. Die Lage der Häuser ist so, daß es nicht zu regem Auto-Durchgangsverkehr kommt.
Weitere Annehmlichkeit des Stroombroek: Alle Häuser stehen frei, jedes hat Terasse und Garten und zu den Nachbarn pflanzlichen Sichtschutz. Jedes verfügt über einen kleinen, offenen Kamin mit holzfreiem Feuermaterial (gegen eine Gebühr von 12 Gulden pro Feuerchen).
Die Küche ist mit Herd, großem Kühlschrank, Mikrowelle, Kaffemaschine und Wasserkocher komplett ausgestattet.
Die Schlafräume sind - ähnlich wie in den anderen Parks - eher klein dimensioniert. Ebenso wie das "Doppelbett" im Elternschlafzimmer, das im Ganzen nicht größer war, als die Hälfte unseres gewohnten Ehebetts. Aber wir haben trotzdem prima geschlafen. Wohl auch, weil Jan jede Nacht mehr als 12 Stunden schlief und damit keinen Morgen vor 7:45 Uhr wach wurde - traumhaft!
Die Unterkunft war also völlig in Ordnung, wenn man nicht extrem pingelig ist, was die Sauberkeit betrifft. Aber dem sichtbarsten Schmutz, der vor allem aus Spinnweben bestand, konnte man mit dem im Wandschrank deponierten Staubsuager zu Leibe rücken.
Abstriche waren im Vergleich zu Center Parks und Gran Dorado lediglich beim Schwimmbad zu machen: Was bei den bekannten Parks ohne Übertreibung "Subtropisches Schwimmparadies" genannt wird, ist hier doch eher bescheiden dimensioniert. Doch auch in einem kleinen, achteckigen Becken ließ es sich bei über 30 Grad Wassertemperatur prima Schwimmen und Planschen. Dazu gab es dort Wasserpiele, Gegenstromanlagen, Luftsprudelbecken und eine Mini-Rutsche für Kinder, so daß für ausreichend Vergnügen gesorgt war. Nachteilig sicherlich die winzigen Umkleideräume: Bei 230 Bungalows plus "externe" Saunagäste, die das Schwimmbad mitbenutzen dürfen, sind nur drei Umkleidekabinen in einem winzigen Zimmerchen definitiv zu wenig und wurden zum Ärgernis.
Doch einmal drinnen war es keineswegs sonderlich voll und die überschaubare Größe der Halle hatte den unschätzbaren Vorteil, daß Jan völlig selbständig umher laufen konnte, ins Wasser konnte wann und wo er wollte, ohne daß wir Eltern ihn aus den Augen verloren. Das war echt klasse für ihn und für uns und hätte in einem großen Schwimmbad so nicht geklappt. Einen Vormittag und zwei Nachmittage verbrachten wir in den Bad und hatten jede Menge Spaß sowie ein glückliches, ausgetobtes Kind.
Noch glücklicher war der Kleine auf den diversen Ausflügen, die wir trotz nicht immer trockenen Wetters unternommen haben.
Der Erste führte uns in Richtung Heimat: Wir hatten geplant, eine Rundfahrt mit einem Rheinschiff ab Emmerich zu machen. Doch da wir uns vorher nicht über die Abfahrtzeiten erkundigt hatten, hatte die letzte Tour leider bereits abgelegt. So machten wir bei Nieselregen und böigem Wind einen Spaziergang an der wunderschönen Emmericher Rheinpromenade entlang und durch die nette Fußgängerzone. Anschliessend fielen wir hungrig bei einem Griechen ein, wo Jan einen rekordverdächtig grossen Kinder-Grillteller verputzte.
Den Höhepunkt des Urlaubs bot ohne Frage der zweite Ausflug, den wir spontan am Montag unternahmen. Denn eigentlich lud kräftiger Dauerregen nicht gerade zum Verlassen des Hauses ein. Doch wir hatten gelesen, daß Teile des bekannten "Burger's Zoo" von Arnheim überdacht seien - also wagten wir es und fuhren in die nur 25 KM entfernte Großstadt.
Es hat sich absolut gelohnt! Jan wurde "Spritzwassergeschützt" durch Gummistiefel, Matschhose und Regenjacke. Heike und ich wurden zwar auf dem Weg vom Parkplatz über das Anstehen an der Kasse (schliesslich dauert es seine Zeit, bis man an der Reihe ist, dann durch die Altersprüfung des Kindes ist, 60 Gulden für alle zusammen bezahlt und die Parkplatz-Ausfahrtmarke erhalten hat) bis zum Eingang der ersten Halle pitschenass, doch da in dieser Halle sowieso Tropenklima herrschte (es handelte sich um die Halle "Bush"), fiel das nicht weiter ins Gewicht.
"Bush" ist die größte der drei Hallen (die zweitgrößte Halle der Niederlande und wirklich imposant mit 17 Meter hohem Wasserfall und dichtem Dschungel-Regenwald, dazwischen exotische Vögel und Tiere ohne jegliche Gitter), "Desert" die trockenste und "Ocean" die faszinierendste. Als es dann am Nachmittag niederschlagsfrei wurde, konnten wir sogar noch die Rundgänge durch die "Safari" und den eigentlichen, ursprünglichen "Burger's Zoo" machen, wo es Jan besonders die Menschenaffen angetan hatten.
Die Attraktionen sind ohne Frage das zunächst recht hoch erscheinende Eintrittsgeld wert. Fast drei Stunden hielten wir uns in den thematisierten Hallen auf (Jan zunächst zu Fuß, dann ohne Probleme im Buggy, wobei die möglichst natur belassenen Pfaded eine holprige Fahrweise zur Folge hatten), dann nochmal zwei Stunden auf dem Aussengelände - und wir haben mit Sicherheit nicht alles gesehen. Und den riesigen Spielplatz haben wir ganz ausser Acht gelassen. Allein über diesen Zoo könnte ich ein kurzes Buch schreiben, wobei man berücksichtigen muß, daß ich schon immer ein Tierpark-Freak war und es wohl auch bleiben werde.
Schon ein Besuch auf der Homepage von Burger's Zoo lohnt sich! Das schlechte Wetter an einem normalen Wochentag kann übrigens auch ein besonderer Vorteil gewesen sein: Kein Gedränge an den "Gehegen" (Zäune gibt's wie gesagt kaum), ausreichend Platz an den unglaublich gewaltigen Scheiben des "Ocean", keine Schlange an den Imbissstuben. Ach ja: Das war wirklich mies, das gastronomische Angebot! Eine bodenlose Frechheit, was da an überteuertem, geschmacklosem Fast-Food-Fraß angeboten wurde! Also unbedingt eigenen Proviant mitbringen, falls ein Besuch erwogen wird.
Für dieses Abenteuer mußte Jan tapfer auf seinen geliebten Mittagsschlaf verzichten, aber er machte nicht schlapp. Witzig war die Rückfahrt um 17:00 Uhr: Noch an der Schranke zur Parkplatzausfahrt war er weggenickt! Seine Begeisterung über das Wecken nach nur 30 Minuten Fahrt hielt sich dann in Grenzen, aber es ging trotzdem ganz gut.
Auch am Mittwochnachmittag haben wir seinen Schlaf abgebrochen, um unserem Nachwuchs Programm zu bieten: An den Bungalowpark Stroombroek grenzt "Het Land van Jan Klaassen". Jan Klaassen ist das niederländische Pendant zum in Deutschland bekannten Kasperle. Und mit ihm als Hauptfigur hat man dort einen kleinen Freizeitpark für Kinder bis 8 Jahre errichtet. Fußweg Bungalow->Jan Klaassen: 10 Minuten. Neben halbstündigen Aufführungen des Puppentheaters gibt es eine kleine, elektrische Eisenbahn, Klettergerüste vom Elefanten bis zum großen Piratenschiff, unzählige Rutschen, ein Labyrinth aus Hecken, für Regenwetter überdachte Spielgeräte, Trampoline, Kletternetze, Kletterröhren und noch vieles mehr. Grund für den abgebrochenen Mittagschlaf: Jan Klaassen macht schon um 17:00 Uhr die Pforten dicht, und damit sich die 11,25 Gulden pro Person (auch der Kleine zahlte voll!) lohnen, sind wir schon um 14:00 Uhr hin. (Update 2003 hier)
Eine weitere Einrichtung des Bungalowparks Stroombroek, die wir schätzen lernten, war das auch für Kinder prima eingerichtete Pfannkuchen-Restaurant, das im Stile des Asterix-Dorfes eingerichtet ist. Eine Spielecke, strapazierfähige Kellner/-innen, lustige Kindermenus und die kleine, runde Form des Raumes waren sehr angenehm. Wegen der geringen Platzzahl ist Reservierung zu empfehlen.
Tja, so schnell geht eine Woche auch bei mehr oder weniger schlechtem Wetter prima herum. Und die Umgebung bietet noch zahlreiche andere Attraktionen, die man bei weiteren Aufenthalten bistimmt noch mal besuchen kann:
- Der Bungalowpark liegt z.B. direkt an einem großen See, auf dem im Sommer von Windsurfen bis Tauchen Wasserport aller Art möglich ist. Es gibt einen Sandstrand, eine Spielinsel und drei Spielplätze rund um den See.
- Das "Kernwasserwunderland" im nie in Betrieb gegangenen Schnellen Brüter von Kalkar ist nur einen Katzensprung über den Rhein entfernt.
- 1 KM von Stroombroek entfernt gibt es einen Pony- und Pferdehof, wo man sich halbstundenweise ein Reittier für's Kind ausleihen kann. Leider war das Wetter am einzigen zur Verfügung stehenden Nachmittag zu schlecht für's Ponyreiten - also vielleicht beim nächsten Mal.
Update: Wochenend-Aufenthalt vom 21. bis 24.03.2003
Auch eineinhalb Jahre später haben wir in Stroombroek alles bestens vorgefunden.
Diesmal waren wir mit vier Erwachsenen und unserem Sohn in einem 6-Personen-Haus (Nr. 203, ganz am Ende der Parkstrasse, günstig gelegen direkt am Eingang zum "Land van Jan Klaassen ").
Darin hatten wir mehr als ausreichend Platz. Besonders die Raumverhältnisse in den beiden Schlafzimmern der oberen Etage sind angenehm.
Kleiner Nachteil: Nur ein Bad und auch nur eine Toilette - da würde ein zweites "stilles Örtchen" ein deutliches Komfort-Plus bedeuten.
Einiges getan hat sich seit unserem letzen Besuch im "Land van Jan Klaassen": Dort gibt es jetzt einen grossen Hallenspielplatz. Obwohl an unserem Besuchstag das Wetter frühlingshaft gut war, hielten wir uns einige Zeit darin auf. So fährt inzwischen auch die Kindereisenbahn unter dem Dach. Kletterspass auf zwei Etagen, viel Platz und Auslauf: Einfach Klasse, so dass ein Besuch des "Land van Jan Klaassen" auch bei schlechtem Wetter empfohlen werden kann.






